Nachhaltige Strategien und Technologien für das Hochwasserrisikomanagement in ariden und semiariden Gebieten

 

Steckbrief

Forschungsfeld: Nachhaltigkeit, Resilienz, Wasser

Anzahl der Partner: 6

Projektlaufzeit: 4 Jahre (03/2020 - 03/2023)

Förderträger: BMBF

Interdisziplinarität: Wasserbau, Wirtschaft, Soziologie

 

Projekt-Ziel

Im Projekt sollen Frühwarnsysteme entwickelt werden. Darüber hinaus spielen organisatorische Vorkehrungen wie Kapazitätsaufbau von Fachkräften, zunehmendes Risikobewusstsein und gesellschaftliches Engagement eine entscheidende Rolle im Hochwasserrisikomanagement (HWRM). Derartige Vorkehrungen hinsichtlich wirtschaftlicher, sozialer und politischer Aspekte sind kein fester Bestandteil des bestehenden HWRM dieser Regionen. Daher ist es erforderlich, nachhaltige Strategien und Technologien für ein HWRM in ariden und semiariden Gebieten zu entwickeln und diese Aspekte zu berücksichtigen. Ziele des Verbundprojektess HOWAMAN sind:

  • Erstellung von Risikokarten und Risikomanagementplänen für das Kan-Einzugsgebiet
  • Identifikation und Erarbeitung von Maßnahmen (strukturell und nicht-strukturell) zur Reduzierung des Risikos
  • Untersuchung und Erhöhung des Risikobewusstseins sowie der Coping-Strategien der Bevölkerung
  • Erarbeitung eines Frühwarnsystems
  • Durchführung von Seminaren und Workshops zur Einbindung von Stakeholdern
  • Untersuchung des Einflusses von Geröll auf das Hochwasserrisiko
  • Erarbeitung eines Floodlabel-Zertifikats

Forschungsgegenstand und Vision

Aride und semiaride Regionen stellen das Hochwasserrisikomanagement (HWRM) vor besondere Herausforderungen. Es wird oft fälschlicherweise davon ausgegangen, dass diese Gebiete aufgrund geringer jährlicher Niederschläge mit unbedeutenden Hochwasserproblemen konfrontiert sind und Dürre die wichtigste zu bewältigende Naturgefahr sei. Tatsächlich sind Hochwasserereignisse durch Starkregen eine besondere Gefahr in trockenen Gebieten, da es in ihnen keine genau definierten strukturellen Maßnahmen zur Verringerung der Hochwasserschäden gibt. Da diese Ereignisse im Vergleich zu humiden Gebieten auch eher selten geschehen, ist außerdem das Risikobewusstsein der Bevölkerung gering ausgeprägt. Die oberste Bodenschicht ist in ariden und semiariden Regionen selten gesättigt. Dies spielt eine wichtige Rolle bei der Abflussproduktion während Sturzfluten. Obwohl es sich bei Hochwasser auch in ariden und semiariden Gebieten um ein ernstes Naturrisiko handelt, ist Hochwasser in diesen Regionen nach wie vor ein kaum verstandenes und kontrolliertes natürliches Phänomen.

Aufgrund klimatischer und geografischer Besonderheiten steht der Iran vor den oben genannten Herausforderungen. Das Land liegt in einer ariden und semiariden Region, in der Niederschläge selten sind und es häufig zu schweren Dürren kommt. Als Untersuchungsgebiet wurde das Einzugsgebiet des Flusses Kan, der unter anderem durch Teheran fließt, ausgewählt.

Die Vision des Projektes ist es nicht nur technische und prädikative Lösungen für die unübersichtliche Lage in (semi-) ariden Gebieten zu entwickeln, sondern zugleich ganzheitlich Konzepte zur Befähigung der Bevölkerung in allen gesellschaftlichen Sphären zu schaffen.

Dazu werden die in allen Arbeitspaketen geschaffenen Ergebnisse zur Verwendung im Capacity Building aufbereitet.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Website.

Projektpartner und Förderung

Das Verbundprojekt HoWaMan wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Förderkennzeichen 13N15177 über den Projektträger VDI Technologiezentrum gefördert. Das Projekt ist eins von sechs Verbundprojekten im Förderprogramm „Internationales Katastrophen- und Risikomanagement – IKARIM“.