Bachelor Geschichtswissenschaft

 

Steckbrief zum Studiengang

 

Bachelor Geschichtswissenschaft


In der Stadt Karls des Großen wurde Geschichte gemacht – und dies gilt nicht nur für die Politik der Karolinger, sondern auch für den Feuersteinhandel in der Frühzeit und die großen Verhandlungen nach den napoleonischen Kriegen. Ob keltische Funde, mittelalterliche Relikte oder Verleihung des Karlspreis – in der Europastadt Aachen werden alle Zeitalter lebendig. An einem historisch so bedeutsamen Ort Geschichtswissenschaft zu studieren, macht besondere Freude.

Die RWTH bietet angehenden Historikerinnen und Historikern eine fundierte akademische Ausbildung, die sich ausdrücklich an Studieninteressierte mit dezidiert fachwissenschaftlichen Ambitionen richtet. Das Studienangebot umfasst Geschichte in ihrer ganzen Bandbreite: Antike, Mittelalter, Frühe Neuzeit und Neuzeit sowie Zeitgeschichte werden in jeweils gleichem Umfang und in vergleichbarer Intensität behandelt. In diesem Punkt unterscheidet es sich von Studiengängen, die bestimmte Epochen stärker fokussieren als andere.

Methodisch legt das Konzept des Studiengangs den Fokus auf das Feld der Erschließung und Interpretation historischer Überlieferung in ihren unterschiedlichen materiellen, medialen, formalen und sprachlichen Erscheinungsweisen. Zusätzlich zu den klassischen historischen Methoden bietet es Studierenden auch die interdisziplinären Perspektiven, die für ein RWTH-Studium charakteristisch sind: es integriert fachliche Zugänge zur Vergangenheit, die auch die Methodenvielfalt der Nachbarwissenschaften nutzen, beispielsweise der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen. Aus diesem Grund schließt der Studiengang historische Spezialdisziplinen wie z. B. Medizin- und Baugeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte ein. Eine prägende Rolle im Studienkonzept spielt der Bezug zum überlieferten Original, was sich insbesondere im konsequenten Quellenstudium während der Studienzeit ausdrückt. Jedes Zeitzeugnis – ob Text, Bild oder Artefakt – wird mit der ihm entsprechenden wissenschaftlichen Methodik entschlüsselt. Beginnend mit der sprachlichen Entschlüsselung von Überlieferungen reicht die Methodenvielfalt bis hin zu hochspezialisierten Untersuchungsverfahren.

Studienverlauf

Im geschichtswissenschaftlichen Studium an der RWTH wird Vergangenes durch neue digitale Zugangsformen lebendig. Die für die Hochschule typische mediengestützte Lehre macht historische Fakten und Zusammenhänge sichtbar und verständlich. Sie spiegelt damit die Anforderungen, die Historikerinnen und Historikern später auch in der beruflichen Praxis begegnen werden. Ein mindestens fünfwöchiges Berufspraktikum z. B. in Museen oder Archiven begleitet das Studium.

Nachdem die breit angelegte Ausbildung in allen Epochen absolviert wurde, können sich Studierende auf bestimmte Epochen oder vergleichende Studien über einzelne Zeitalter spezialisieren:

Die Antike mit den Themengebieten Mittelmeerwelt, antike Sklaverei, freie Bürger in der Poliswelt.

Das Mittelalter, in dem Staat und Kirche, die Entwicklung großer Städte und die Wissenskultur eine große Rolle spielten.

Die Frühe Neuzeit und Neuzeit als Zeit von Ausdifferenzierung, Integrationsphänomenen und ausgereifter Technik- und Wissenskultur.

Masterstudium

Der Masterstudiengang Geschichtswissenschaft – Geschichte als Wissenskultur fokussiert auf eine der wichtigsten Perspektiven der historischen Wissenschaft: Er stellt das Phänomen Wissen in der Geschichte in den Mittelpunkt von Lehre und Forschung.

Zentrales Thema ist die Genese von Wissenskulturen. Gefragt wird nicht nur nach Wissensinhalten und beteiligten Personen, sondern auch nach Institutionen, Vermittlungsverfahren und Anwendungsformen. Besondere Beachtung finden gesellschaftliche Kontexte und Folgen spezialisierten Wissens?

Die Lehre wird von fünf Professuren des Historischen Instituts gestaltet. Sie alle verbindet dasselbe Forschungsinteresse: Die Beziehungen zwischen Wissen, Gesellschaft und Technik im historischen Wandel.

Berufsaussichten

Der Studiengang Geschichtswissenschaft ist qualifiziert für eine Vielzahl von Tätigkeiten, bei denen es auf die Fähigkeit zur Recherche, Analyse, Bewertung und verständlichen Darstellung historischer Zusammenhänge ankommt.

Historikerinnen und Historiker sind urteils- und kritikfähig, sie können Phänomene der Zeitgeschichte auf ihre historischen Wurzeln zurückführen und eröffnen damit neue Verständishorizonte. Nicht zuletzt entwickeln sie Lösungsansätze für gesellschaftliche, politische oder wirtschaftliche Probleme, indem sie deren Ursachen aufdecken.

Nicht selten arbeiten Historikerinnen und Historiker daher für politische Stiftungen, Parteien und Verbände, Museen, Gedenkstätten, Archive, Rechercheunternehmen. Weitere Betätigungsfelder eröffnen sich im Bereich Bildung, beispielsweise in Kultur- und Wissenschaftsorganisationen sowie Erwachsenenbildung. Ein Berufseinstieg ist aber auch in ganz anderen Feldern denkbar: beispielweise in Unternehmensberatung, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Werbung und Journalismus.

Absolventinnen und Absolventen der RWTH kommt ihr vielfältiges Methodenwissen und
ihre interdisziplinäre Erfahrung zugute, denn sie können Zusammenhänge aus vielen verschiedenen Perspektiven betrachten. Mit ihrer Erfahrung in Analyse, Auswertung und Darstellung von komplizierten Sachverhalten sind sie nicht nur als Fachleute, sondern auch als Generalistinnen und Generalisten geschätzt.

Latein erschließt als Sprache der historischen Wissenschaften vor allem Quellen aus Antike und Mittelalter. Die RWTH setzt Kenntnisse der Sprache nicht voraus, sondern vermittelt sie im Rahmen des Studiums. Eine universitätsinterne Lateinprüfung ersetzt das Latinum, das üblicherweise für einen geschichtswissenschaftlichen Studiengang gefordert wird.

Nebenfächer und ein facettenreicher Wahlpflichtbereich dienen der persönlichen Profilbildung. Der interdisziplinäre Erweiterungsbereich, der vom vierten bis zum sechsten Semester besucht werden sollte, beinhaltet neben fachhistorischen Perspektiven Einblicke

Fachstudienberatung:
Dr. Thomas Kirchner