Veröffentlichungen

 

"Schule - Europa - Technik"

Herausgeber: Klaus Scherberich, Tobias Arand

Zusammenfassung:

Schule - Europa - Technik


Tobias Arand, Klaus Scherberich (Hrsg.)

Schule - Europa - Technik

Der neue Lehramtsstudiengang Geschichte an der RWTH Aachen: Ziele - Formen - Inhalte

Reihe:

Berichte aus der Geschichtswissenschaft

Seitenzahl:

118

ISBN:

3-8322-2255-3

Erscheinungsdatum:

Dezember 2003

Preis:

24.80 EUR

Verlag:

Shaker Verlag

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Vorwort (Auszug)

Zum Wintersemester 2002/03 ist der Lehramtsstudiengang Geschichte S II an der RWTH Aachen wieder zugelassen worden, und zwar unter der Leitidee „Faszination Technik“.¹ Damit haben sich reizvolle Möglichkeiten ergeben, in der Geschichtslehrerausbildung Akzente zu setzen, die auch über den Aachener Raum hinaus wirksam werden könnten.

Einen neu gestalteten Studiengang für Geschichtslehrerinnen und -lehrer an einer Technischen Hochschule zu konzipieren bedeutet Verpflichtung und Chance zugleich: Die Verpflichtung, die vorhandenen technikwissenschaftlichen Ressourcen mit den besonderen Erkenntnismöglichkeiten der Geschichtswissenschaft zum Nutzen der künftigen Lehrerinnen und Lehrer sinnvoll zu verbinden – die Chance, mit der Neukonzeption des Studienganges besondere Schwerpunkte und Zukunftsperspektiven der Geschichtslehrerausbildung setzen zu können und die von verschiedener Seite geäußerte Kritik an der bestehenden universitären Lehrerausbildung² aufzugreifen. Mit dem besonderen Anliegen der Aachener Geschichtslehrerausbildung, künftige Lehrerinnen und Lehrer neben ihren fachlichen und didaktischen Fähigkeiten auch mit einer Beurteilungskompetenz von technischen Entwicklungen ausstatten zu wollen, könnte die RWTH Aachen eine spezifische Ausrichtung der Lehramtsausbildung entwickeln und dafür ihre vielfältigen Möglichkeiten der Zusammenarbeit von technik- und geisteswissenschaftlichen Instituten nutzen. Weitere Ansätze einer möglicherweise zukunftsweisenden Profilierung der Aachener Geschichtslehrerausbildung sollen ein hoher Praxisbezug des Studiums auf dem Boden seriöser fachdidaktischer Theorie, eine Verzahnung der Technikgeschichte mit den Aspekten der davon nicht zu trennenden Umweltgeschichte, eine kritische Reflexion des gegenwärtigen und künftigen Beitrags der ‚Neuen Medien’ in schulischer wie außerschulischer Geschichtsvermittlung sowie eine intensive Behandlung wichtiger Aspekte der Geschichtskultur vor dem Hintergrund der Vielfältigkeit historischen Lernens bilden. Dass sich das europäische Selbstverständnis Aachens als Teil der Euregio sowohl in inhaltlichen Konzepten der Geschichtslehrerausbildung als auch in grenzüberschreitenden Projekten wieder finden möge, ist schließlich noch ein zusätzliches wichtiges Anliegen des Historischen Instituts der RWTH.

Die Gestaltung eines neuen Studienganges ist jedoch bei aller programmatischer Vorarbeit ein ‚work in progress‘, bei dem Mithilfe und der kritische Blick von außen stets willkommen und sinnvoll sind. Sinn des Workshops, den das Historische Institut der RWTH am 7. und 8. April 2003 in Aachen veranstaltete und dessen Beiträge in diesem Sammelband vereint sind, war es daher, das Profil des neuen Lehramtsstudienganges Geschichte S II nach innen wie nach außen zu schärfen. Vertreter aller an der Ausbildung zukünftiger Geschichtslehrerinnen und -lehrer beteiligten Institutionen, also Ministerium, Universität, Studienseminar und Schule, sollten dabei Gelegenheit erhalten, im Dialog ihre jeweiligen Vorstellungen und Visionen einer opti-mierten Lehramtsausbildung einzubringen. Die Tagung gewann dann zusätzliche Aktualität dadurch, dass wenige Tage vor ihrem Beginn die neue Lehramtsprüfungsordnung (LPO) bekannt wurde, die tief greifende Änderungen in der universitären Lehrerausbildung in NRW zur Folge haben wird.³ Nach einer Auftaktveranstaltung am 7. April im Institut für Kraftfahrwesen der RWTH Aachen, bei der exemplarisch das technische Know-how der RWTH und mögliche Beziehungen zum Geschichtsstudium verdeutlicht wurden, fand am folgenden Tag die Arbeit in den einzelnen Sektionen statt.

UWE UFFELMANN, PH Heidelberg, beschäftigte sich anschließend mit der noch immer großen Bedeutung der „Problemorientierung“ für den gegenwärtigen Geschichtsunterricht und damit auch für die Geschichtslehrerausbildung.
In der abschließenden III. Sektion, „Aachener Schwerpunkte – Technik und Europa“, bildete der Vortrag von DAGMAR TOSSTORFF, Bezirksregierung Düsseldorf, über die „europäische Dimension in der Schule und in der Lehrerbildung“ die erste Hinleitung zum Thema. Dabei wies sie u. a. auf verschiedene Möglichkeiten hin, die gerade für den Ausbildungsstandort Aachen für eine Zusammenarbeit mit den Niederlanden oder Belgien auch bereits während des Studiums denkbar sind.
MANFRED HERZOG, Studienseminar Leverkusen, zeigte anschließend die Bedeutung von Technik- und Umweltgeschichte in den nordrhein-westfälischen Geschichtslehrplänen auf und stellte dabei mehrere konkrete Beispiele für eine stärkere Einbeziehung dieser Dimensionen historischer Erfahrung vor.
DIETER METZLER, Universität Münster, widmete sich der Frage nach Technikbildern in Studium und Unterricht. Das Augenmerk galt dabei hauptsächlich antiken Text- und Bildquellen.
Den Abschluss bildete schließlich ein Beitrag von ROLF FISCHER, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Köln (DLR), über die Chancen einer Thematisierung der Luft- und Raumfahrt im Geschichtsunterricht für die Entwicklung eines kritischen Technikbewusstseins auf Seiten künftiger Lehrerinnen und Lehrer. In diesem Kontext stellte er auch ein konkretes Angebot für eine Kooperation zwischen DLR und Universität vor.

Aufgabe des Workshops war der produktive Expertenaustausch für die Bildung eines zukunftsweisenden Lehramtsstudiums Geschichte. Da dieser Prozess jedoch noch keineswegs abgeschlossen ist, bleibt dieser Dokumentation die bedeutsame Aufgabe, die im Workshop geäußerten Meinungen und Kontroversen öffentlich zu machen. Vielleicht noch wichtiger wäre es aber, wenn über diese Dokumentation hinaus die Diskussion nicht auf Papier erstarren, sondern im Gegenteil im Sinne der Studierenden wie Lehrenden positiv angeregt werden könnte.


¹ Vgl. die Zielvereinbarung zwischen dem Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen vom 8. April 2002, S. 17.

² Siehe z. B. E. Terhart (Hrsg.): Perspektiven der Lehrerbildung in Deutschland. Abschlussbericht der von der Kultusministerkonferenz eingesetzten Kommission, Weinheim/Basel 2000; F.Oser, J.Oelkers (Hrsg.): Die Wirksamkeit der Lehrerbildungssysteme. Von der Allrounderbildung zur Ausbildung professioneller Standards. Nationales Forschungsprogramm 33, Wirksamkeit unserer Bildungssysteme, Chur/Zürich 2001.

³ Ordnung der Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter an Schulen (Lehramtsprüfungsordnung – LPO –) vom 27. März 2003.

Vorwort

I

Günther Neumann
Kurze Charakteristik der neuen Lehramtsprüfungsordnung und Ausblick auf das Studium der Geschichte an der RWTH

1

Karin Laschewski-Müller
Das Studienseminar als Gelenkstelle zwischen Schule und Hochschule?!
Anmerkungen zu einem Anforderungsprofil für die Geschichtslehrerausbildung

7

Matthias Opitz
Geschichtsunterricht am Gymnasium: Aufgaben und Anforderungen

11

Wolfgang Hasberg
Geschichtsbewusstsein – Geschichtskultur – Kulturwissenschaft
Geschichtsdidaktik in der Lehrerausbildung

19

Uwe Uffelmann
Problemorientierung und ihre Bedeutung in der Geschichtslehrerausbildung

39

Dagmar Tosstorff
Die Europäische Dimension in Schule und Lehrerbildung
– ein Beitrag zu den Möglichkeiten „Europa“ zu lernen –

53

Manfred Herzog
Technik- und Umweltgeschichte im Kontext der Obligatorik der gültigen Lehrpläne NRW

63

Dieter Metzler
Antike Technik im Geschichtsunterricht anhand von Bild- und Textquellen

89

Rolf Fischer
Faszination Luft- und Raumfahrt
Beiträge zur Entwicklung eines kritischen Technikbewusstseins zukünftiger Geschichtslehrer

103

Die Herausgeber und Mitarbeiter des Bandes

109

Verlag: Shaker Verlag

Erscheinungsjahr: 2003

ISBN: 3-8322-2255-3