Spezifische Beiträge der Fächer

 

Soziologie

Die Beiträge der Soziologie am BA Gesellschaftswissenschaften vermitteln den Studierenden die Fähigkeiten, methodologisch fundiert soziale Phänomene als Ergebnisse des handelnden Zusammenwirkens von Akteuren zu erklären. In diesem Zusammenhang werden zum einen Handlungstheorien (u.a. Rational-Choice, Rollentheorie) sowie Beschreibungen von sozialen Strukturen als Konsequenzen des handelnden Zusammenwirkens von Akteuren vorgestellt. Zum anderen werden die methodischen Grundlagen der empirischen Sozialforschung vermittelt, so dass die Studierenden einerseits einen sicheren Umgang mit soziologischen Theorien und andererseits grundlegende Kenntnisse der empirischen Sozialforschung erwerben.

Im weiteren Verlauf des Bachelor-Studiengangs werden solche gesellschaftliche Phänomene von hoher gesellschaftlicher Relevanz beleuchtet, wie sie typisch für die Schwerpunkte der Soziologie an der RWTH sind: Neben dem Erwerb eines Bewusstseins für die unterschiedlichen Facetten gesellschaftswissenschaftlicher Theoriebildung sowie der Vertiefung in statistische Analyseverfahren, mit denen beispielsweise das Verhältnis von Institutionen, Normen und Werten, die Relation von Individuum und Gesellschaft oder die systemische Organisation der Gesellschaft dargelegt und analysiert wird, gelangen die Studierenden insbesondere zu technikrelevanten Kenntnissen etwa in der Techniksoziologie oder in der Zusammenführung von Technik und Gender-Studies.

Katholische Theologie

Der Beitrag der Theologie am Studiengang Gesellschaftswissenschaften besteht darin, religiös motivierte und inspirierte Elemente und Ausdrucksformen innerhalb gesellschaftlicher Prozesse zu identifizieren, zu deuten, zu reflektieren und zu beurteilen. Dadurch werden die Studierenden befähigt, die Relevanz religiös motivierter Aspekte, Akteure und Institutionen in gesellschaftlichen Kontexten sowie ihre Einflussnahme auf und ihre Wechselwirkung mit anderen gesellschaftlichen Prozessen nachzuvollziehen und zu beurteilen. Dazu werden Themenbereiche wie die anthropologischen Voraussetzungen von Religiosität, die Deutung und Bedeutung Heiliger Schriften, das Verhältnis von Glaube und Vernunft, die systematische Erfassung und Diskussion von Glaubensaussagen, die Identität und Kontinuität stiftenden Ausdrucksformen religiösen Handelns sowie die individual- und sozialethische Dimension menschlichen Handelns aufgegriffen. Der jüdisch-christliche Kontext stellt dabei einerseits den Ausgangs- und Schwerpunkt der Überlegungen dar, wird aber andererseits in einzelnen Modulen überschritten, um interreligiöse Kompetenzen und eine interreligiöse Dialogfähigkeit zu realisieren.

Das Ziel besteht darin, die Studierenden zu kritisch-reflexivem Denken, zu qualifizierter Urteilsbildung und zu differenzierter sprachlicher Ausdrucksfähigkeit im Bereich gesellschaftlich relevanter religiöser Prozesse zu befähigen. Dadurch soll eine grundsätzliche Bereitschaft und Fähigkeit zu den verschiedenen Formen gesellschaftlichen Engagements erreicht werden.

Geschichtswissenschaft

Die Beiträge der Geschichtswissenschaft befähigen zur Suche nach und Bewertung von Zeugnissen menschlicher Vergangenheit, vermitteln die Fähigkeit, historische Gegebenheiten in komplexe Zusammenhänge einzuordnen, wissenschaftliche Erkenntnisse über vergangenes menschliches Denken und Handeln in anspruchsvollen Erzählungen zu reflektieren und darzulegen. Im Bachelor erwerben die Studierenden strukturiertes Grundwissen aus allen Epochen der Geschichtswissenschaft von der Antike bis in die Gegenwart, das Aspekte der Weltgeschichte und europäischen Geschichte ebenso einschließt wie Aspekte der Regional- und Landesgeschichte. Die Studierenden lernen, weshalb Geschichtswissenschaft das Studium der Fachliteratur und der Quellen voraussetzt (Texte, Statistiken, Bilder, Gegenstände einer Zeit), wie die Quellen „zum Sprechen“ gebracht werden (Quelle als Fundus) und wie diese zu einer stimmigen Narration verdichtet werden (Vetorecht der Quellen, Geschichte als rekonstruierende Erzählung) und beherrschen auf diese Weise die Methoden und Arbeitstechniken des Faches. Zentral ist der erlernte Zugang zu Originalquellen. Der kritische Umgang mit ihnen auf der Grundlage der relevanten fachwissenschaftlichen Forschungsliteratur versetzt sie in die Lage, in Auseinandersetzungen mit historischen Fragestellungen selbstständig zu rationalen Urteilen zu gelangen.

Mit ihren Fragen und Antworten trägt die Geschichtswissenschaft zur Analyse unterschiedlicher politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, sozialer und kultureller Systeme, zum Verständnis eigener und fremder Mentalitäten und Lebenswelten, zur kritischen Bewertung von Aussagen über Vergangenes (Mythen, Ideologien) sowie zur Bestimmung von Kontinuitäten und Brüchen bei. Grundsätzlich interessiert die Geschichtswissenschaft menschliches Sein in allen Lebensausprägungen (Kultur, Wirtschaft, Gesellschaft, Politik). Sie ist dadurch offen für ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Fragestellungen und methodischen Herangehensweisen.

Politische Wissenschaft

Die Beiträge der Politischen Wissenschaft sollen die Studierenden auf der Basis der Kenntnis politisch-gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse zur kritischen Einordnung wissenschaftlicher Erkenntnisse und zu verantwortlichem Handeln befähigen. Bei den Studieninhalten werden insbesondere die Anforderungen der Berufswelt und deren Veränderungen berücksichtigt. Die Studierenden sollen die Fähigkeit zu selbstständigem interdisziplinären Denken entwickeln. Das Studium soll die Voraussetzungen für eine Berufspraxis schaffen, welche einen politikwissenschaftlich fundierten Beitrag zur Ausgestaltung einer freien und gerechten, sozialen und demokratischen Gesellschaftsordnung zu leisten vermag. Dies geschieht durch Einarbeitung in wissenschaftliche Theorien und Methoden, welche die politischen Probleme der Gegenwartsgesellschaften, ihre Bedingtheit und Gestaltbarkeit sowie die von den Absolventen angestrebten Tätigkeitsfelder überschaubar machen. Erforderlich hierfür sind der Erwerb von Wissen, methodischem Können und die Übung von Analyse und Kritik ebenso wie die Fähigkeit zu individuellem und kooperativem problemorientierten Arbeiten.

Philosophie mit dem Schwerpunkt „Wissenschaftstheorie und Technikphilosophie“