Master Soziologie

  Schrift auf Blatt, im Fokus der Begriff Akteur Christina Laut  

Profil

Technik prägt soziales Erleben und Handeln – und hieraus entwickeln sich wiederum Ansprüche an technische Entwicklungen. Diesen Zusammenhang greift die RWTH Aachen auf, indem sie einen wissenschaftlich fundierten soziologischen Master mit Fokus auf das Thema Technik anbietet.

Breites inhaltliches Spektrum

Das Studienprogramm des Masters Soziologie umfasst zum einen ein breites Spektrum von Lehrveranstaltungen in den technikbezogenen Schwerpunkten der soziologischen Forschung an de­r RWTH Aachen, darunter

  • Techniksoziologie,
  • Zukunfts- und Innovationsforschung,
  • Technik und Diversität sowie
  • Organisation und Technik.

Zum anderen vermittelt der Studiengang vertiefte Kenntnisse in den beiden grundlegenden Kompetenzbereichen Soziologische Theorien und Methoden der empirischen Sozialforschung. Auf der Grundlage dieser drei Säulen lernen die Studierenden, den dynamischen Zusammenhang von Technik und Gesellschaft methodisch kontrolliert zu erfassen und theoretisch zu reflektieren.

Interdisziplinäre Forschung

Die Einbettung des Studienprogramms in die Forschungsumgebung einer Technischen Hochschule ermöglicht die intensive Auseinandersetzung mit technischen Entwicklungen, die in anderen Fakultäten aus naturwissenschaftlich-technischer Perspektive behandelt  werden. In diesem Kontext fokussiert die Soziologie zum Beispiel auf Nachfrage und Akzeptanz in Bezug auf technische Innovationen, auf Entscheidungsfindung, Meinungsbildung und Folgeabschätzungen.

Sie untersucht die Ausweitung organisatorischer Kontrollmöglichkeiten durch den Einsatz von Technik und die Art und Weise der gesellschaftlichen Verbreitung neuer Technologien durch Organisationen. Sie befasst sich im Kontext künstlicher Intelligenz mit der Frage, inwieweit Maschinen handeln können, das heißt von menschlichen Akteurinnen und Akteuren als Kommunikationsteilnehmende akzeptiert werden. Und sie interessiert sich dafür, wie sozio-technische Ordnungsgefüge in unserer Gesellschaft zugleich vergeschlechtlicht sind, also im Wechselbezug mit Geschlechtervorstellungen entstehen und in dieser Weise institutionell und symbolisch verankert werden.

Enge Verknüpfung mit Natur- und Ingenieurwissenschaften

Durch seine Einbettung in eine der führenden Technischen Hochschulen profiliert sich der Masterstudiengang Soziologie der RWTH gegenüber anderen soziologischen Studiengängen in Deutschland: Themen und Entwicklungen, die in der Hochschule aus ingenieur- oder naturwissenschaftlicher Sicht erforscht werden, stellt die Soziologie in den Mittelpunkt ihres eigenen fachlichen Interesses.

Anhand eines Beispiels wird dies deutlicher: Aus der Suche der technischen Wissenschaften nach intelligenten Fasern wird im soziologischen Kontext die Frage nach der Kommerzialisierung nanotechnologischer Grundlagenforschung: Wie werden wissenschaftliche Erkenntnisse aus einem universitären Umfeld in das durch Marktprozesse und Profitorientierung geprägte Umfeld von Unternehmen transportiert? Wie sind im Bereich der Nanotechnologie Universitäten und Unternehmen als zwei verschiedene Sphären der Innovation miteinander verwoben?

Die interdisziplinären Einbindungen schlagen sich in der Lehre des Masterstudienganges nieder. In einzelnen Lehrveranstaltungen kann sich die Gelegenheit ergeben, direkt an einem technikbezogenen interdisziplinären Forschungsprojekt zu partizipieren.